Milo war ein kleiner Waschbär mit besonders weichem Fell und sehr aufmerksamen Augen. Er lebte mit seiner Mama, seinem Papa und seiner kleinen Schwester in einem alten, hohlen Baum am Rand des Waldes. Tagsüber liebte Milo Abenteuer. Er kletterte auf Bäume, rannte über Wurzeln und sammelte glänzende Dinge, die andere Tiere verloren hatten.
Doch wenn der Abend kam, veränderte sich etwas in Milo. Sobald die Sonne langsam hinter den Bäumen verschwand und die ersten Nachtgeräusche den Wald füllten, spürte Milo ein Ziehen in seinem Bauch. Besonders schlimm war es, wenn er allein in seinem Bett lag.
In seinem Zimmer stand eine kleine Holztür. Dahinter war nichts Besonderes – eigentlich. Aber abends, wenn Mama das Licht löschte, erschien ein dunkler Schatten an der Wand. Manchmal sah er aus wie ein Monster, manchmal wie ein riesiger Arm.
Milo zog sich die Decke bis zur Nase. Sein Herz klopfte schnell. „Was, wenn der Schatten echt ist?", dachte er.
Leise rief er: „Mama?"
Mama Waschbär kam sofort, setzte sich zu ihm und strich ihm über den Kopf. „Du wirkst angespannt", sagte sie ruhig.
„Der Schatten macht mir Angst", flüsterte Milo.
Mama nickte. „Angst fühlt sich oft groß an, besonders im Dunkeln."