Milo und der Schatten hinter der Tür

Milo ist ein kleiner Waschbär, der tagsüber mutig Abenteuer erlebt. Doch wenn der Abend kommt und ein mysteriöser Schatten an seiner Zimmerwand erscheint, spürt er ein mulmiges Gefühl im Bauch. Was wird Milo tun? Eine Geschichte über Angst und wie man lernt, mit ihr umzugehen.

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Milo war ein kleiner Waschbär mit besonders weichem Fell und sehr aufmerksamen Augen. Er lebte mit seiner Mama, seinem Papa und seiner kleinen Schwester in einem alten, hohlen Baum am Rand des Waldes. Tagsüber liebte Milo Abenteuer. Er kletterte auf Bäume, rannte über Wurzeln und sammelte glänzende Dinge, die andere Tiere verloren hatten.

Doch wenn der Abend kam, veränderte sich etwas in Milo. Sobald die Sonne langsam hinter den Bäumen verschwand und die ersten Nachtgeräusche den Wald füllten, spürte Milo ein Ziehen in seinem Bauch. Besonders schlimm war es, wenn er allein in seinem Bett lag.

In seinem Zimmer stand eine kleine Holztür. Dahinter war nichts Besonderes – eigentlich. Aber abends, wenn Mama das Licht löschte, erschien ein dunkler Schatten an der Wand. Manchmal sah er aus wie ein Monster, manchmal wie ein riesiger Arm.

Milo zog sich die Decke bis zur Nase. Sein Herz klopfte schnell. „Was, wenn der Schatten echt ist?", dachte er.

Leise rief er: „Mama?"

Mama Waschbär kam sofort, setzte sich zu ihm und strich ihm über den Kopf. „Du wirkst angespannt", sagte sie ruhig.

„Der Schatten macht mir Angst", flüsterte Milo.

Mama nickte. „Angst fühlt sich oft groß an, besonders im Dunkeln."

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Mama nahm Milos Pfote und legte sie sanft auf seinen Bauch. „Wir atmen zusammen", sagte sie. „Tief ein … und langsam aus."

Sie atmeten gemeinsam. Einmal. Zweimal. Dreimal. Milos Herz wurde ruhiger.

Dann holte Mama eine kleine Taschenlampe. „Angst mag es nicht, wenn man hinschaut", erklärte sie.

Langsam öffnete sie die Tür. Das Licht zeigte: Dort hing nur Milos Jacke. Kein Monster. Kein Arm.

Milo spürte Erleichterung. Er lächelte vorsichtig.

„Angst will dich beschützen", sagte Mama. „Aber manchmal irrt sie sich."

In dieser Nacht schlief Milo ein mit dem Gedanken: Ich darf Angst haben. Und ich darf Hilfe holen.

Am nächsten Abend war der Schatten noch da – aber kleiner. Und Milo wusste, was zu tun war.

💡 Gesprächsanregung für Eltern

Mögliche Fragen nach dem Vorlesen:

• Hattest du auch schon einmal Angst im Dunkeln? Was hat dir geholfen?
• Wie hat sich Milo wohl gefühlt, als er den Schatten gesehen hat?
• Was hat Mama gemacht, damit Milo sich besser fühlte?
• Warum sagt Mama, dass Angst uns beschützen will?
• Was könntest du tun, wenn du Angst hast?

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