Jonas und das abendliche Danke

Jonas ist ein lebhafter Junge, dessen Tage schnell vergehen. Am Abend ist er oft müde und denkt nur an das, was nicht gut lief. Doch sein Papa zeigt ihm ein einfaches Ritual, das alles verändern kann. Eine beruhigende Geschichte über Dankbarkeit als Abendritual und darüber, wie wir das Gute festhalten können, bevor der Schlaf kommt.

Jonas und das abendliche Danke
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Jonas war ein lebhafter Junge, dessen Tage oft schnell vergingen. Morgens anziehen, frühstücken, Kindergarten, spielen, nach Hause kommen – alles folgte einander, ohne dass Jonas viel darüber nachdachte. Abends war er meist müde, manchmal auch unzufrieden, weil der Tag schon vorbei war.

An diesem Abend lag Jonas im Bett und wälzte sich hin und her. Der Tag war eigentlich gut gewesen, aber in seinem Kopf blieb etwas hängen: Ein Spiel war zu Ende gegangen, bevor er fertig war, und ein Freund hatte einmal nicht mit ihm geteilt. Diese Gedanken machten Jonas unruhig.

Sein Papa setzte sich an das Bett und zog die Decke zurecht. „Du wirkst noch ganz voll im Kopf", sagte er ruhig.

Jonas nickte. „Der Tag war doof", murmelte er.

Der Papa überlegte kurz und sagte dann: „Wollen wir drei Dinge suchen, für die wir heute Danke sagen können?"

Jonas zuckte mit den Schultern. Er war sich nicht sicher, ob das helfen würde.

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Der Papa begann: „Ich bin dankbar, dass wir heute zusammen gelacht haben."

Jonas dachte nach. Erst war da nichts. Dann erinnerte er sich an den Moment, als sie im Garten Ball gespielt hatten. „Ich bin dankbar für den Ball", sagte er leise.

„Und noch etwas?", fragte der Papa.

Jonas spürte nach. „Für das Abendessen", sagte er. „Und… dass du da bist."

Mit jedem Satz wurde Jonas' Körper ruhiger. Seine Schultern sanken, sein Atem wurde gleichmäßig. Die schweren Gedanken verloren an Gewicht.

„Dankbarkeit sammelt die guten Dinge ein", sagte der Papa leise. „Dann müssen sie nachts nicht verloren gehen."

Jonas schloss die Augen. Der Tag fühlte sich jetzt runder an. Nicht perfekt – aber gut genug.

Jonas lernte: Dankbarkeit bedeutet nicht, dass alles schön war. Sie hilft, das Gute festzuhalten, bevor der Schlaf kommt.

🌙 Die Jonas-Technik – Das Drei-Dinge-Abendritual

Diese Übung hilft Kindern, den Tag mit Dankbarkeit abzuschließen:

  • Einen ruhigen Moment finden: Vor dem Einschlafen, wenn der Körper zur Ruhe kommt
  • Drei Dinge suchen: Wofür bin ich heute dankbar? Es müssen keine großen Dinge sein
  • Erst denken, dann aussprechen: In Ruhe nachspüren, was gut war
  • Auch kleine Dinge zählen: Eine Mahlzeit, ein Spiel, ein Lächeln, die Anwesenheit von jemandem
  • Gemeinsam teilen: Mit Mama, Papa oder Geschwistern – jeder nennt seine Dinge
  • Körperlich spüren: Wie werden Schultern, Atem und Gedanken dabei?
  • Den Tag abrunden: Das Gute festhalten, auch wenn nicht alles perfekt war

Diese Technik vermittelt, dass Dankbarkeit uns hilft, mit einem ruhigeren Gefühl einzuschlafen. Sie zeigt, dass wir aktiv wählen können, worauf wir unseren Fokus richten.

💡 Gesprächsanregung für Eltern

Mögliche Fragen nach dem Vorlesen:

• Was macht Jonas den ganzen Tag über?
• Wie fühlte sich Jonas am Abend?
• Woran dachte Jonas im Bett?
• Was schlug der Papa vor?
• Was war das erste Dankbare, das Jonas einfiel?
• Wofür war Jonas noch dankbar?
• Was passierte mit Jonas' Körper beim Aufzählen?
• Was sagte der Papa über Dankbarkeit?
• Wie fühlte sich der Tag danach an?
• Wofür warst du heute dankbar?
• Können wir auch ein Drei-Dinge-Ritual machen?
• Wie fühlst du dich, wenn du an gute Momente des Tages denkst?

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