Theo und der leise Platz

Theo ist ein kleiner Igel, der gern für sich ist und Dinge genau beobachtet. Doch an diesem Nachmittag fühlt sich das Alleinsein anders an. Während die anderen Tiere auf der Wiese spielen, sitzt Theo unter seinem Lieblingsapfelbaum und spürt eine leise Leere in seinem Bauch. Eine einfühlsame Geschichte darüber, dass Alleinsein und Einsamkeit zwei verschiedene Dinge sind und dass es mutig ist, Nähe zu suchen, wenn man sie braucht.

Theo und der leise Platz
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Theo war ein kleiner Igel mit feinen Stacheln und einer sehr wachen Nase. Er lebte am Rand einer großen Wiese, dort, wo der Wald begann und die Gräser im Wind flüsterten. Theo war gern für sich. Er mochte es, Dinge genau zu beobachten. Doch manchmal fühlte sich das Alleinsein anders an.

An diesem Nachmittag spielten die anderen Tiere weiter hinten auf der Wiese. Sie lachten, rannten und riefen sich zu. Theo blieb an seinem Lieblingsplatz sitzen, unter einem alten Apfelbaum. Er hatte zuerst gedacht, es wäre schön, hier allein zu sein. Doch je länger er dort saß, desto stiller wurde es in ihm.

Theo hörte die Stimmen der anderen, aber sie fühlten sich weit weg an. In seinem Bauch entstand ein kleines Ziehen. Es war kein lauter Schmerz. Eher eine leise Leere. Theo kuschelte sich enger zusammen.

Warum bin ich gerade nicht dabei?, fragte er sich. Will mich niemand holen? Diese Gedanken machten ihn schwer.

Der Wind bewegte die Blätter über ihm, und ein Apfel fiel leise ins Gras. Theo hob ihn auf, aber selbst der Duft machte ihn nicht fröhlich.

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Theo merkte: Das war Einsamkeit. Sie fühlte sich anders an als Ruhe. Ruhe war angenehm. Einsamkeit fühlte sich kalt an.

Theo erinnerte sich an etwas, das ihm seine Mutter einmal gesagt hatte: „Wenn sich Alleinsein schwer anfühlt, darfst du Nähe suchen."

Langsam stand Theo auf. Seine Beine waren erst zögerlich, dann sicherer. Er lief nicht direkt zu den anderen. Zuerst setzte er sich an den Rand der Wiese, wo er sie sehen konnte.

Ein Kaninchen bemerkte ihn und winkte. Theo zögerte kurz – und winkte zurück. Das Ziehen in seinem Bauch wurde kleiner.

Schließlich setzte sich Theo dazu. Er musste nichts sagen. Er war einfach da.

Theo verstand: Alleinsein kann schön sein. Einsamkeit sagt uns, dass wir Verbindung brauchen. Und beides darf da sein.

🦔 Die Theo-Technik – Einsamkeit erkennen und handeln

Diese Übung hilft Kindern, zwischen Alleinsein und Einsamkeit zu unterscheiden:

  • In sich hineinspüren: Fühlt sich das Alleinsein angenehm an oder entsteht ein Ziehen im Bauch?
  • Den Unterschied erkennen: Ruhe ist angenehm – Einsamkeit fühlt sich kalt und leer an
  • Die eigenen Gedanken wahrnehmen: Machen mich meine Gedanken schwer? Fühle ich mich ausgeschlossen?
  • Sich erinnern: Es ist okay, Nähe zu suchen, wenn sich Alleinsein schwer anfühlt
  • Langsam handeln: Erst beobachten, dann kleine Schritte machen – man muss nicht sofort mitten hinein
  • Ein Zeichen geben: Winken, sich dazusetzen oder einfach in die Nähe kommen – ohne Druck
  • Sich sagen: „Ich darf Verbindung suchen" – Das ist mutig, nicht schwach

Diese Technik vermittelt, dass beide Gefühle – Alleinsein und Einsamkeit – ihre Berechtigung haben. Sie zeigt, dass Einsamkeit uns etwas Wichtiges sagt und dass es mutig ist, darauf zu reagieren.

💡 Gesprächsanregung für Eltern

Mögliche Fragen nach dem Vorlesen:

• Was für ein Tier ist Theo?
• Wo lebte Theo?
• Was mochte Theo gerne?
• Was spielten die anderen Tiere?
• Wo saß Theo?
• Was spürte Theo in seinem Bauch?
• Wie fühlte sich Einsamkeit für Theo an?
• Was hatte Theos Mutter ihm gesagt?
• Wer winkte Theo zu?
• Was ist der Unterschied zwischen Alleinsein und Einsamkeit?
• Kennst du dieses Ziehen im Bauch auch manchmal?
• Was machst du, wenn du dich einsam fühlst?

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