Lina war ein neugieriges Mädchen. Sie stellte viele Fragen und hatte viele Ideen. In ihrem Kopf ging alles schnell. Wenn sie etwas wollte, dann wollte sie es am liebsten sofort. Besonders schwer fiel ihr das Warten.
An diesem Nachmittag sollte Lina zu einer Geburtstagsfeier gehen. Sie hatte ihr Kleid schon angezogen, die Schuhe standen bereit, und in ihrem Bauch hüpfte die Vorfreude. Doch es war noch zu früh.
„Wir gehen erst, wenn der große Zeiger oben steht", sagte ihre Mama und zeigte auf die Uhr.
Lina schaute auf die Uhr. Die Zeiger bewegten sich kaum. Sie verschränkte die Arme. Das dauert viel zu lange, dachte sie. Sie lief durchs Zimmer, setzte sich wieder hin, stand wieder auf. Die Zeit fühlte sich zäh an, wie Honig.
„Ich kann nicht warten", sagte Lina laut.