Staffel 1 ‱ Episode 2

Die Jagd nach Wirbel-Wuzi

Johanna betritt die Wunderwelt und muss dem flinken Wirbel-Wuzi durch gefÀhrliche GummibÀrchenwÀlder folgen!

Die Jagd nach Wirbel-Wuzi

Johanna stolperte rĂŒckwĂ€rts, als etwas Kleines, Schnelles und herrlich Freches aus dem schimmernden Tor direkt auf sie zuschoss. Ein winziger Wirbelwind, kaum grĂ¶ĂŸer als ein Tennisball, aber mit Armen, Beinen und zwei glitzernden Augen, raste kichernd um sie herum.

„Hihihihihiii! Fangt mich doch!", quietschte das Wesen und zog bunte Funkenspuren durch die Luft.

„Das ist Wirbel-Wuzi!", rief Kicher-Kugel Klara atemlos. „Er ist immer unterwegs, niemals still, und heute sogar NOCH schlimmer als sonst!"

Wirbel-Wuzi wirbelte so schnell, dass Johanna nur eine bunte Linie sah. Dann schoss er durch das Tor zurĂŒck in die Wunderwelt.

Klara machte eine Rolle. „Los! Wir mĂŒssen hinterher! Wenn wir ihn verlieren, richtet er ein Chaos an, von dem sich die Wunderwelt tagelang schwindelig dreht!"

Johanna schluckte – aber dann fĂŒhlte sie Mimi an ihrer Hand, Karl an ihrem Arm und Puff-Puff direkt an ihrem Bein.

„Wir schaffen das", sagte Johanna leise – und trat durch das Tor.

Sofort wurde alles hell und warm und glitzernd.

Es fĂŒhlte sich an, als wĂŒrde jemand sie auf ein Trampolin aus Licht setzen. Dann landete sie weich auf einem Boden, der aussah wie ein Teppich aus Marshmallows.

Vor ihr erstreckte sich die Wunderwelt: Ein Himmel voller schwebender Inseln, bunte Wege, die sich wie bunte BÀnder schlÀngelten, und Pflanzen, die fröhlich zwitscherten statt BlÀtter rauschen zu lassen.

„Wow
", flĂŒsterte Johanna.

Puff-Puff sah sich um. „Okay
 ich nehme ALLES zurĂŒck, was ich ĂŒber unbekannte Welten gesagt habe."

Klara rollte aufgeregt. „Kommt schon! Wirbel-Wuzi kann ĂŒberall sein!"

Sie deutete auf eine Spur aus glitzerndem Staub. „Da entlang!"

Die Spur fĂŒhrte ĂŒber den Marshmallow-Weg – und endete an einem seltsamen Wald. Die BĂ€ume waren durchsichtig, als bestĂŒnden sie aus GummibĂ€rchen. Und tatsĂ€chlich roch es intensiv nach Erdbeere.

„Das ist der Schwimmende GummibĂ€rchenwald", erklĂ€rte Klara. „Aber seid vorsichtig – er bewegt sich!"

Johanna sah, wie die BaumstÀmme langsam hin- und herglitten.

Dann hörte sie wieder dieses freche Kichern.

Es kam von ganz tief drinnen. Und es bewegte sich schnell
 sehr schnell.

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Johanna atmete tief ein. „Okay. Wir gehen rein!"

Sie setzte vorsichtig einen Fuß zwischen zwei gummiartige BĂ€ume. Die BĂ€ume wackelten ein bisschen, als wĂŒrden sie kichern. Dann öffnete sich ein kleiner Pfad zwischen ihnen – glitschig, wackelig, aber brauchbar.

„Ich bleibe nah bei dir!", piepste Mimi und hielt Johannas Hand fester.

Je weiter sie gingen, desto mehr bewegten sich die BĂ€ume um sie herum. Einige glitten langsam seitwĂ€rts, andere hĂŒpften leicht auf und ab, als wĂ€ren sie lebendig. Es fĂŒhlte sich an, als befĂ€nde man sich in einem Wald, der selbst ein Spiel spielen wollte.

„Wirbel-Wuzi!" rief Klara. „Komm raus! Bitte!"

Eine hohe Stimme antwortete: „Nur wenn ihr mich FANGEN könnt! Hihihiii!"

Dann hörte man ein Zischen, ein Pffffft – und etwas huschte an ihnen vorbei, so schnell, dass Johannas Haare nach hinten flatterten.

„Da lang!", rief Karl.

Sie rannten dem GerĂ€usch hinterher, bis sie an eine Lichtung kamen, die bis oben hin mit wabernden GummibĂ€rchen gefĂŒllt war. Rote, gelbe, grĂŒne, blaue – alle schwappten wie Wasser.

Johanna staunte. „Ein GummibĂ€rchen
 See?"

„Schlimmer", sagte Klara feierlich. „Das ist der GummibĂ€rchen-Sumpf. Wenn man hineintritt, landet man
 woanders."

„Woanders?", fragte Puff-Puff skeptisch.

„Ja. Immer woanders. Jedes Mal woanders."

Bevor Johanna antworten konnte, wurde der Sumpf plötzlich unruhig. Er blubberte. Schwappte. Wackelte.

Und mitten darin tauchte fĂŒr einen kurzen Moment Wirbel-Wuzi auf, winkte frech – und verschwand wieder.

„Er ist mitten drin!" rief Johanna.

„Aber wir können da nicht einfach durchlaufen", sagte Mimi nervös.

Der Funken schwebte vor. Er flackerte schneller – und begann, sich zu dehnen. Er verwandelte sich in einen kleinen, schimmernden Weg aus Licht, der ĂŒber die GummibĂ€rchen fĂŒhrte.

„Ein Funken-Steig!", rief Klara erstaunt. „Das ist selten! Sehr selten!"

Johanna setzte vorsichtig einen Fuß auf den Lichtsteg.

Doch kaum war sie halb drĂŒber, begann der Steg heftig zu wackeln.

Und direkt unter ihr formte sich der Sumpf plötzlich zu einer riesigen gummiartigen Hand
 die nach ihr griff.

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„Johanna! Vorsicht!" rief Karl.

Johanna sprang nach vorn, gerade im richtigen Moment – denn die Gummihand schnappte zu und verfehlte sie nur knapp. Der Lichtsteg wackelte wilder. Mimi quietschte: „Wir fallen!"

„Nicht, solange ich hier bin!", rief Puff-Puff und drĂŒckte sich mit voller Kraft gegen Johannas RĂŒcken. Gemeinsam hielten sie das Gleichgewicht.

Der Funken leuchtete grell, als wĂŒrde er sagen: Weiter! Schnell!

Johanna rannte den Steg entlang, wĂ€hrend die gummiartige Masse unter ihr weiter nach ihr griff, mal als Hand, mal als Tentakel, mal als hĂŒpfender Blob. Klara rollte hochkonzentriert hinterher.

Endlich erreichten sie das andere Ufer. Der Lichtsteg verschwand in einem leisen Pling.

Johanna atmete tief aus. „Das
 war
 knapp!"

Doch sie blieb nicht lange stehen. Denn direkt vor ihnen, auf einer kleinen, schimmernden Wiese, hockte jemand und wackelte aufgeregt mit dem Po.

Wirbel-Wuzi.

Er strahlte sie an. „Ihr seid ja VOLL gut! Aber mich fangt ihr trotzdem nicht!"

„Wuzi", sagte Johanna, so freundlich sie konnte, „du machst alles durcheinander. Komm bitte zurĂŒck."

„Nein!" rief er fröhlich. „Ich liebe Chaos! Und außerdem habe ich was verloren."

„Was denn?" fragte Mimi.

Wuzi legte den Kopf schief. „Meinen Wirbel-Kern. Ohne ihn
 kann ich nicht mehr
 wirbeln."

Johanna bemerkte erst jetzt, dass er etwas langsamer war als vorher. Fast ein bisschen mĂŒde.

„Wo hast du ihn verloren?" fragte Johanna sanft.

Wuzi zeigte hinter sich, zu einem schimmernden HĂŒgel aus glitzerndem Nebel.

„Da drin. Aber der HĂŒgel ist
 naja
 eigenwillig."

„Eigenwillig wie?" fragte Puff-Puff.

„Er zeigt jedem
 etwas anderes", flĂŒsterte Klara.

Johanna schluckte. Sie spĂŒrte, dass dies der schwerste Teil werden wĂŒrde.

Doch ehe sie einen Schritt machen konnte, begann der HĂŒgel sich zu bewegen. Der Nebel krĂ€uselte sich. Eine tiefe Stimme ertönte – weich und doch gewaltig, wie ein schlafender Riese:

„Wen trĂ€gst du in deinem Herzen, kleines MĂ€dchen?"

Johanna erstarrte. Der HĂŒgel glitzerte heller.

Wuzi flĂŒsterte: „Er fragt dich, Johanna. Nur dich. Du musst antworten, sonst lĂ€sst er uns nicht hinein."

Johanna spĂŒrte, wie ihr Herz schneller schlug.

Sie öffnete den Mund.

Und genau in dem Moment begann der Nebel sich zu teilen – und etwas Riesiges trat heraus


Was kommt aus dem Nebel? Und kann Johanna die richtige Antwort geben?

Fortsetzung folgt in Episode 3! ✹

💡 GesprĂ€chsanregung fĂŒr Eltern

Mögliche Fragen nach dem Vorlesen:

‱ Was glaubst du, kommt aus dem Nebel?
‱ Was wĂŒrdest du dem HĂŒgel antworten, wenn er dich fragt: "Wen trĂ€gst du in deinem Herzen?"
‱ Wie wĂŒrdest du Wirbel-Wuzi helfen, seinen Wirbel-Kern zu finden?
‱ Welcher Ort in der Wunderwelt gefĂ€llt dir am besten – der Marshmallow-Weg oder der GummibĂ€rchen-Sumpf?

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