Es war ein Mittwochnachmittag, und der Lernolotl war schon seit Stunden voll.
Das war das richtige Wort dafür: voll. Wie ein Glas, das bis zum Rand gefüllt ist — noch ein Tropfen, und es läuft über. Die Schule war anstrengend gewesen. In der Pause hatte es viel Lärm gegeben. Im Unterricht hatte Herr Mayer ihn dreimal aufgerufen.
Jetzt saß er in seinem Zimmer. Stille. Ordnung. Sein Bücherregal. Seine sortierten Stifte. Das war gut.
Dann klingelte sein Tablet. Jonas.
Der Lernolotl schaute auf den Namen. Er mochte Jonas. Er wollte Jonas nicht enttäuschen. Aber er wollte auch nicht sprechen, nicht spielen, nicht denken, nicht erklären.
Er ließ es klingeln.
Jonas schickte eine Nachricht: „Kann ich rüberkommen? Habe das neue Lego-Set."
Der Lernolotl starrte auf die Nachricht. In seinem Kopf lief ein kleiner Streit: Du magst Jonas. Jonas ist ein guter Freund. Gute Freunde kommen, wenn man sie einlädt. Aber du kannst gerade nicht. Du bist voll.
Beides stimmte gleichzeitig. Das war das Problem.