Es hatte mit einem Flüstern angefangen.
Finn hatte sich in der Pause zu ihm gebeugt und leise gesagt: „Ich muss dir was sagen. Aber du musst versprechen, dass du es niemandem sagst."
Der Lernolotl hatte genickt. Versprechen war ernst — das wusste er. Wenn er etwas versprach, hielt er es. Das war eine Regel, die er sich selbst gegeben hatte, weil er fand, dass Versprechen wichtig waren.
Finn hatte erzählt: Leon hatte ihm nach der Schule aufgelauert. Hatte ihm die Mütze weggenommen und auf den Baum geworfen. Hatte gesagt, das würde er jetzt jeden Tag machen.
„Hast du es Herr Mayer gesagt?", fragte der Lernolotl.
„Nein!" Finn war sofort aufgeregt. „Deshalb sagst du es auch niemandem. Dann wird es schlimmer. Du hast versprochen."
Der Lernolotl hatte versprochen. Aber jetzt, auf dem Heimweg, merkte er, dass das Geheimnis sich schwer anfühlte. Wie ein Stein in der Tasche, der immer schwerer wurde.
Ein Geheimnis, das sich schwer anfühlt — ist das noch ein gutes Geheimnis?