Der Lernolotl setzte sich an seinen Schreibtisch und starrte das Heft an. Das Heft starrte zurück.
Draußen schien die Sonne. Irgendwo spielte Finn Fußball — er konnte die Rufe von der Straße hören. Und hier drin lagen Mathe-Aufgaben. Sieben Stück. Seite vierzehn.
Vielleicht fange ich in einer Minute an, dachte der Lernolotl. Er arrangierte seine drei Stifte nach Länge. Dann nach Farbe. Dann nach Länge und Farbe zusammen.
Mama kam in die Tür. „Hast du schon angefangen?"
„Gleich", sagte der Lernolotl.
Mama sah das unberührte Heft. Sie sagte nichts, aber ihr Gesicht sagte eine Menge.
Das Schwierige an Hausaufgaben war nicht, dass sie so schwer waren. Die Matheaufgaben kannte der Lernolotl meistens sogar schon. Das Schwierige war das Anfangen. Das Dabeibleiben. Das Nicht-Aufspringen, wenn irgendwo ein Gedanke auftauchte — habe ich eigentlich die Hauptstadt von Brasilien gelernt? — und man plötzlich einfach wissen musste, ob Axolotl wirklich niemals aufhören zu wachsen.
Der Lernolotl hatte das Axolotl-Wachstum nachgeschlagen. Dann noch die Lebenserwartung. Dann noch den Unterschied zwischen Axolotl und Schwanzlurch. Als Mama wieder kam, war eine halbe Stunde vergangen und noch keine einzige Aufgabe geschrieben.