Der Zettel kam an einem Donnerstag nach Hause.
Klassenfahrt. Naturfreundehaus Waldhausen. Drei Tage, zwei Nächte. Alle Kinder der Klasse 2b. Bitte bis Freitag unterschreiben.
Mama las ihn durch. Papa las ihn durch. Der Lernolotl las ihn auch durch — zweimal, weil er bei „zwei Nächte" hängen geblieben war.
Zwei Nächte.
Er hatte noch nie zwei Nächte woanders geschlafen. Einmal bei Oma Hilde — eine Nacht. Das hatte gut funktioniert, weil Oma Hilde einen Stuhl neben sein Bett gestellt hatte und ihn nicht komisch angesehen hatte, als er seine Decke mitbrachte.
Aber das war Oma Hilde. Das war nicht ein Naturfreundehaus mit 22 anderen Kindern und einem fremden Zimmer und einem fremden Bett und — er wusste noch nicht mal, wie es dort riecht.
„Willst du fahren?", fragte Mama.
Der Lernolotl überlegte. Er merkte, dass er beides gleichzeitig wollte: Fahren und nicht fahren. Das war unbequem. Zwei Antworten passten nicht in eine Frage.
„Was macht dich am meisten nervös?", fragte Papa.
Der Lernolotl dachte nach. „Das Schlafen", sagte er schließlich. „Und das Essen. Und ob es laut wird nachts. Und ob ich meinen Platz finde."
Mama nickte. Sie schrieb all das auf. Nicht um es zu lösen. Nur um es aufzuschreiben. Das half schon ein bisschen.