Es begann mit Tim.
Tim saß zwei Reihen hinter dem Lernolotl und hatte die Angewohnheit, mit seinem Stuhl zu wippen. Vorne — hinten. Vorne — hinten. Das Quietschen kam immer dann, wenn Herr Mayer gerade etwas Wichtiges sagte.
Der Lernolotl versuchte, es zu ignorieren.
Ignorieren klang so einfach. Man denkt: Ich höre das nicht. Man denkt das fest genug, und dann hört man es nicht mehr. Das war zumindest die Theorie.
In der Praxis hörte der Lernolotl den Stuhl noch lauter als vorher.
Dann fing Mia — die hinter Lena saß — an zu flüstern. Kein richtiges Flüstern, eher ein Halbflüstern, das irgendwo zwischen Sprechen und Rauschen lag. Und Paul neben ihr kaute auf seinem Radiergummi. Nicht laut. Aber regelmäßig.
Geräusch eins. Geräusch zwei. Geräusch drei.
Der Lernolotl versuchte, sich auf Herr Mayers Erklärung zu konzentrieren. Etwas über Flüsse und ihre Quellen. Das interessierte ihn eigentlich wirklich. Er mochte Geografie. Er mochte Flüsse. Aber zwischen ihm und Herr Mayers Stimme lagen jetzt Tim, Mia und Paul — und das Summen der Heizung, das er vorher gar nicht bemerkt hatte und das jetzt plötzlich überall war.
Sein Bleistift lag in der Hand. Er schrieb nichts.
Nach zehn Minuten hatte er drei Wörter auf dem Blatt. Herr Mayer hatte wahrscheinlich zwanzig Sätze gesagt. Der Lernolotl wusste: Er hatte nicht aufgepasst. Aber nicht weil er nicht wollte. Er konnte nicht.