Es hatte eigentlich ganz normal angefangen.
Schule war okay gewesen. Herr Mayer hatte eine neue Aufgabe erklärt, die der Lernolotl sofort verstanden hatte — das war ein gutes Gefühl. In der Pause hatte er mit Lena über Meerestiere gesprochen. Der Bus nach Hause hatte nach nassen Jacken gerochen, aber das war auszuhalten gewesen.
Dann zu Hause: Lea hatte am Esstisch sein Lieblingsbuch umgeworfen. Kein Unfall — sie hatte daran gezogen, weil sie das Bild auf dem Cover sehen wollte. Das Buch war auf den Boden gefallen. Eine Seite hatte einen Knick bekommen.
Der Lernolotl hatte die Seite gesehen. Den Knick. In seinem Buch. Das er immer gerade hielt.
Und dann war etwas in ihm umgekippt.
Er hatte geschrien. Laut. Er hatte das Buch vom Boden aufgehoben und auf den Tisch geworfen — nicht auf Lea, aber nah genug, dass Lea anfing zu weinen. Er hatte gesagt, dass Lea nie seine Sachen anfassen soll. Das hatte er sehr laut gesagt. Mehrmals.
Papa war aus der Küche gekommen. Mama hatte Lea auf den Arm genommen. Der Lernolotl stand mitten im Zimmer, die Hände zu Fäusten geballt, und alles in ihm war rot und laut und zu groß für seinen Körper.