Tilda war eine kleine, junge Eule mit weichen, braun-weißen Federn und großen, runden Augen, die im Mondlicht funkelten wie Sterne. Sie lebte hoch oben in einer alten Eiche und liebte die Nächte, in denen sie den Wald erkunden konnte, während alle anderen Tiere schliefen.
Eines Abends, als der Vollmond hell am Himmel stand, hörte Tilda ein leises Schluchzen. Neugierig schlug sie ihre Flügel aus und glitt lautlos durch die Nacht. Unter einem großen Farn entdeckte sie ein kleines Kaninchen, das sich verirrt hatte. „Oh je, du siehst traurig aus", piepste Tilda sanft. „Was ist passiert?"
„Ich habe meinen Bau verloren und finde den Weg nach Hause nicht", schluchzte das Kaninchen. Tilda überlegte kurz. „Keine Sorge, ich helfe dir! Ich kenne die Wege im Wald bei Nacht." Vorsichtig landete sie neben dem Kaninchen und machte sich bereit, es zu begleiten.
Während sie durch das silbern beleuchtete Unterholz glitten, hörten sie andere Geräusche: das Plätschern eines Baches, das Rascheln der Blätter und das leise Summen von Glühwürmchen. Tilda erklärte dem Kaninchen, dass der Wald nachts voller kleiner Wunder sei, die man nur sehen könne, wenn man aufmerksam und ruhig sei.
Plötzlich hörte Tilda ein Rascheln über ihnen. Ein kleiner Fuchs lugte neugierig aus dem Gras. „Wer seid ihr?" fragte er. Tilda antwortete: „Ich bin Tilda und wir helfen dem Kaninchen, seinen Bau zu finden." Der kleine Fuchs nickte und wollte helfen.
Gemeinsam machten sie sich auf den Weg, durch dunkle Schatten und über kleine Lichtungen, wobei Tilda den Weg aus der Luft überwachte. Doch plötzlich blieb das Kaninchen stehen und zitterte: „Da ist ein Wasserlauf… Ich kann nicht darüber springen!"
Tilda dachte schnell nach. „Keine Sorge, wir finden einen sicheren Weg. Aber wir müssen leise sein, damit wir keine Tiere aufwecken." Die kleine Eule breitete ihre Flügel aus und blickte in die Ferne…