Hannah und der schwere Regentag

Hannah liebt sonnige Tage, aber heute ist alles anders. Der Regen trommelt gegen das Fenster, und in ihrer Brust fühlt sich alles schwer an – wie ein kleiner Stein. Mama zeigt ihr, dass Traurigkeit da sein darf, dass man ihr zuhören kann, und dass sie manchmal vorüberzieht – genau wie ein Regentag.

Hannah und der schwere Regentag
— Seite 1 —

Hannah war ein kleines Mädchen mit lockigen Haaren und einer großen Vorliebe für sonnige Tage. Sie liebte es, draußen zu spielen, über Pfützen zu springen und mit Kreide bunte Bilder auf den Boden zu malen. Doch an diesem Morgen war alles anders. Als Hannah aufwachte, trommelte der Regen laut gegen das Fenster. Der Himmel war grau, und das Licht im Zimmer fühlte sich matt an.

Hannah setzte sich aufrecht in ihr Bett. In ihrer Brust war es schwer, als hätte sich ein kleiner Stein dort versteckt. Sie wusste selbst nicht genau, warum sie traurig war. Vielleicht, weil sie heute eigentlich mit ihrer Freundin spielen wollte. Vielleicht, weil der Regen alles langsamer machte.

Beim Frühstück rührte Hannah lustlos in ihrem Müsli. Mama setzte sich zu ihr. „Du bist heute ganz still", sagte sie leise.

Hannah zuckte mit den Schultern. „Ich fühle mich komisch", murmelte sie.

Mama nickte. „Manchmal fühlt sich Traurigkeit genau so an. Wie ein schwerer Regentag im Bauch."

Hannah schaute aus dem Fenster. Die Regentropfen liefen langsam die Scheibe hinunter. Genau so fühlte es sich auch in ihr an – langsam, schwer und leise.

✨ 🌧️ ✨
Werbung
Google AdSense Anzeigenblock (responsive)
— Seite 2 —

Mama nahm Hannahs Hand. „Traurigkeit muss man nicht wegschieben", sagte sie. „Man darf ihr zuhören."

Hannah durfte sich in eine Decke einkuscheln. Gemeinsam setzten sie sich ans Fenster und schauten dem Regen zu. Mama erzählte, dass auch sie manchmal traurig ist. Das überraschte Hannah.

Langsam fühlte sich der Stein in ihrer Brust ein kleines bisschen leichter an. Nicht weg – aber weniger schwer.

Später malte Hannah ein Bild vom Regen. Sie malte graue Wolken, aber auch eine kleine Sonne dahinter. Als sie fertig war, lächelte sie vorsichtig.

„Die Traurigkeit ist noch da", sagte sie.

Mama nickte. „Und das ist in Ordnung."

Am Abend hörte der Regen auf. Hannah wusste: Manchmal bleibt Traurigkeit eine Weile. Und manchmal zieht sie weiter – wie ein Regentag.

🌧️ Die Regentag-Technik – Traurigkeit zulassen und begleiten

Diese Übung hilft Kindern, Traurigkeit anzunehmen statt sie wegzudrücken:

  • Einen gemütlichen Ort finden: Eine Decke, ein Kissen, ein ruhiges Plätzchen
  • Der Traurigkeit Raum geben: „Es ist okay, traurig zu sein"
  • Gemeinsam still sein: Zusammen aus dem Fenster schauen, kuscheln, nichts tun müssen
  • Ein Bild malen: Die Gefühle mit Farben ausdrücken
  • Darüber sprechen: „Was fühlt sich schwer an?"

Diese Technik vermittelt, dass Traurigkeit ein normales Gefühl ist, das kommen und gehen darf. Sie stärkt die emotionale Akzeptanz und hilft Kindern zu verstehen, dass schwierige Gefühle vorüberziehen.

💡 Gesprächsanregung für Eltern

Mögliche Fragen nach dem Vorlesen:

• Was macht Hannah besonders gerne?
• Warum war dieser Tag anders?
• Wie hat sich Hannah gefühlt?
• Was hat Mama gesagt über Traurigkeit?
• Was haben Hannah und Mama zusammen gemacht?
• Was hat Hannah gemalt?
• Was hat Hannah am Ende verstanden?
• Kennst du auch Tage, an denen du dich traurig fühlst?
• Was hilft dir, wenn du traurig bist?

Werbung
Google AdSense Anzeigenblock (728x90 oder responsive)