Leni war ein ruhiges Kind. Sie sprach nicht viel, aber in ihr war eine große Welt voller Gefühle. An manchen Tagen fühlte sich alles leicht an. An anderen Tagen lag ein leises, schweres Gefühl in ihrer Brust, für das Leni kein richtiges Wort hatte.
An diesem Morgen war so ein Tag. Leni zog sich langsam an, aß still ihr Frühstück und ging in den Kindergarten. Dort spielten die anderen Kinder laut und fröhlich. Leni setzte sich an den Rand des Raumes und beobachtete sie.
In ihr war es still. Nicht leer, sondern schwer. Sie wollte mitspielen, aber ihre Füße bewegten sich nicht.
Die Erzieherin bemerkte Leni. Sie setzte sich zu ihr. „Du bist heute sehr leise", sagte sie sanft. „Möchtest du mir sagen, was los ist?"
Leni schüttelte den Kopf. Sie wusste es selbst nicht genau. Die Traurigkeit war einfach da.