Leo war ein junger Löwe mit einer weichen, noch etwas struppigen Mähne. Er lebte mit seiner Familie in der warmen Savanne, wo die Sonne morgens golden über das Gras strich. Meistens war Leo fröhlich und verspielt. Er liebte es zu rennen, zu springen und mit den anderen Tierkindern Fang zu spielen.
Doch manchmal passierte etwas Seltsames in Leo. Dann fühlte es sich an, als würde tief in seinem Bauch ein Feuer lodern. Seine Pfoten wurden heiß, sein Herz schlug schnell, und er wollte laut brüllen. Dieses Gefühl mochte Leo gar nicht.
An einem Vormittag spielte Leo mit seinen Freunden. Sie bauten gemeinsam eine große Burg aus Steinen. Leo hatte lange daran gearbeitet und war sehr stolz darauf. Doch plötzlich kam ein älteres Löwenkind vorbei und stieß die Burg um. Die Steine rollten auseinander.
In Leo brannte es sofort. Das Feuer im Bauch wurde groß. Ohne nachzudenken, brüllte Leo laut und stampfte mit den Pfoten. Die anderen Tiere erschraken und wichen zurück.
Leo spürte, wie die Wut ihn ganz ausfüllte. Er wollte schreien, schubsen und alles kaputt machen. Gleichzeitig fühlte er sich schlecht, weil alle ihn nun ansahen.
Da kam Mama Löwin zu ihm. Sie setzte sich ruhig neben ihn, obwohl Leo noch knurrte. „Ich sehe dein Feuer", sagte sie leise. „Es ist stark heute."