Leo Löwe und das Feuer im Bauch

Leo ist ein junger Löwe, der meistens fröhlich ist. Doch manchmal lodert in ihm ein Feuer – ein heißes, starkes Gefühl, das ihn brüllen und stampfen lässt. Als seine Steinburg zerstört wird, lernt Leo von seiner Mama, dass Wut nichts Schlimmes ist. Sie zeigt ihm, wie man dem Feuer Platz geben kann, ohne dass es jemanden verletzt.

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Leo war ein junger Löwe mit einer weichen, noch etwas struppigen Mähne. Er lebte mit seiner Familie in der warmen Savanne, wo die Sonne morgens golden über das Gras strich. Meistens war Leo fröhlich und verspielt. Er liebte es zu rennen, zu springen und mit den anderen Tierkindern Fang zu spielen.

Doch manchmal passierte etwas Seltsames in Leo. Dann fühlte es sich an, als würde tief in seinem Bauch ein Feuer lodern. Seine Pfoten wurden heiß, sein Herz schlug schnell, und er wollte laut brüllen. Dieses Gefühl mochte Leo gar nicht.

An einem Vormittag spielte Leo mit seinen Freunden. Sie bauten gemeinsam eine große Burg aus Steinen. Leo hatte lange daran gearbeitet und war sehr stolz darauf. Doch plötzlich kam ein älteres Löwenkind vorbei und stieß die Burg um. Die Steine rollten auseinander.

In Leo brannte es sofort. Das Feuer im Bauch wurde groß. Ohne nachzudenken, brüllte Leo laut und stampfte mit den Pfoten. Die anderen Tiere erschraken und wichen zurück.

Leo spürte, wie die Wut ihn ganz ausfüllte. Er wollte schreien, schubsen und alles kaputt machen. Gleichzeitig fühlte er sich schlecht, weil alle ihn nun ansahen.

Da kam Mama Löwin zu ihm. Sie setzte sich ruhig neben ihn, obwohl Leo noch knurrte. „Ich sehe dein Feuer", sagte sie leise. „Es ist stark heute."

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Mama legte ihre Pfote auf Leos Rücken. „Wut ist nichts Schlimmes", erklärte sie. „Sie zeigt dir, dass dir etwas wichtig ist."

Leo atmete schwer. Das Feuer war noch da. Mama schlug vor: „Lass uns dem Feuer Platz geben, ohne dass es jemanden verletzt."

Sie gingen ein paar Schritte weg. Leo durfte laut brüllen, so laut er wollte. Dann stampfte er fest auf den Boden. Danach atmete er tief ein und langsam wieder aus, so wie Mama es vormachte.

Nach einer Weile merkte Leo, dass das Feuer kleiner wurde. Es glühte nur noch.

„Was hat dich wütend gemacht?", fragte Mama.

„Meine Burg", sagte Leo leise.

Gemeinsam bauten sie sie neu auf. Dieses Mal bat Leo die anderen um Hilfe. Als die Burg fertig war, fühlte Leo sich ruhig und stolz.

Seit diesem Tag wusste Leo: Wenn das Feuer kommt, darf es da sein. Aber er entscheidet, was er damit macht.

🔥 Wut gesund ausdrücken – Die Feuer-Technik

Diese Übung hilft Kindern, ihre Wut anzuerkennen und sicher auszudrücken:

  • Feuer benennen: „Ich spüre mein Feuer. Ich bin wütend."
  • Feuer Raum geben: Laut brüllen, stampfen, auf ein Kissen schlagen
  • Feuer kleiner machen: Tief einatmen, langsam ausatmen (3–5 Mal)
  • Über das Feuer sprechen: „Was hat mich wütend gemacht?"

Wichtig: Wut darf da sein. Sie ist ein Gefühl, das zeigt, dass etwas wichtig ist. Kinder lernen, dass sie das Gefühl nicht unterdrücken müssen, sondern entscheiden können, wie sie damit umgehen.

💡 Gesprächsanregung für Eltern

Mögliche Fragen nach dem Vorlesen:

• Was ist in Leo passiert, als seine Burg umgestoßen wurde?
• Wie hat sich das Feuer in seinem Bauch angefühlt?
• Was hat Mama Löwin zu Leo gesagt?
• Was durfte Leo machen, um die Wut rauszulassen?
• Wie fühlte sich Leo am Ende?
• Kennst du auch das Feuer im Bauch? Wann spürst du es?
• Was hilft dir, wenn du wütend bist?

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