Tom und der Sturm im Kopf

Tom hat viele Ideen und baut einen riesigen Turm aus Bauklötzen. Als er fast fertig ist, soll er aufräumen. In seinem Kopf zieht ein Sturm auf – wild, laut und überwältigend. Mama zeigt ihm, wie man Stürme vorüberziehen lässt: mit festen Füßen auf dem Boden, tiefen Atemzügen und Geduld.

Tom und der Sturm im Kopf
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Tom war ein Menschenkind mit vielen Ideen. In seinem Kopf war immer etwas los. Gedanken sprangen durcheinander wie kleine Funken. Meistens fand Tom das spannend. Doch manchmal wurde es zu viel. Dann fühlte es sich an, als würde ein Sturm in seinem Kopf toben.

An diesem Tag baute Tom einen riesigen Turm aus Bauklötzen. Er hatte lange daran gearbeitet, und der Turm war fast so groß wie er selbst. Gerade wollte Tom den letzten Stein auflegen, da rief Mama aus der Küche: „Tom, bitte räum jetzt auf."

In Tom zog sich etwas zusammen. Er wollte noch nicht aufräumen. Der Sturm begann. Sein Herz klopfte schnell, seine Hände wurden fest. „Ich will nicht!", rief er und warf einen Klotz durch das Zimmer.

Der Klotz landete laut auf dem Boden. Tom erschrak selbst über das Geräusch. Der Sturm war jetzt ganz stark.

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Mama kam zu ihm und setzte sich ruhig auf den Boden. „Der Sturm ist da", sagte sie leise. „Und Stürme sind laut und wild."

Sie schlug vor: „Lass uns warten, bis er vorbeizieht." Tom setzte sich hin, stellte beide Füße fest auf den Boden und drückte sie hinein. Mama zählte langsam bis zehn. Tom atmete dabei tief ein und aus.

Nach und nach wurde der Sturm schwächer. Die Gedanken in Toms Kopf wurden langsamer.

„Was hat den Sturm ausgelöst?", fragte Mama.

„Ich war noch nicht fertig", sagte Tom.

Mama nickte. „Dann machen wir einen Plan." Tom durfte seinen Turm noch fotografieren. Danach räumten sie gemeinsam auf.

Tom fühlte sich wieder ruhig. Er wusste nun: Wenn der Sturm kommt, kann er anhalten, atmen und warten – bis es wieder still wird.

🌪️ Die Sturm-Technik – Warten, bis die Wut vorbeizieht

Diese Übung hilft Kindern, in überwältigenden Wut-Momenten zur Ruhe zu kommen:

  • Füße fest auf den Boden stellen: Beide Füße flach aufsetzen und hineindrücken
  • Langsam bis 10 zählen: Eine erwachsene Person zählt laut und ruhig
  • Dabei tief atmen: Bei jeder Zahl einatmen und ausatmen
  • Den Sturm beobachten: „Der Sturm ist da, aber er geht vorbei"

Diese Technik nutzt die körperliche Erdung (Füße auf dem Boden) und bewusstes Atmen, um das Nervensystem zu beruhigen. Sie ist besonders hilfreich bei explosiver Wut.

💡 Gesprächsanregung für Eltern

Mögliche Fragen nach dem Vorlesen:

• Was hat Tom gebaut?
• Was ist passiert, als er noch nicht fertig war?
• Wie hat sich der Sturm in Toms Kopf angefühlt?
• Was hat Mama gemacht, um Tom zu helfen?
• Was hat Tom mit seinen Füßen gemacht?
• Was war die Lösung am Ende?
• Kennst du auch Momente, in denen ein Sturm in dir tobt?
• Wollen wir die Sturm-Technik zusammen ausprobieren?

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