Das leise Treppenhaus

Jonas sitzt auf der Treppe und lauscht der Stille des Hauses – eine Geschichte über die beruhigende Ruhe der Nacht

Das leise Treppenhaus

Jonas saß auf der obersten Stufe der Treppe und hörte hin. Das Haus war still, fast so, als hätte die Nacht alles eingefroren. Das Licht der Flurbeleuchtung war schwach, es fiel schräg durch die Glastür am Ende des Flurs und spiegelte sich auf den Holzstufen. Die Schatten der Treppenstufen lagen ruhig nebeneinander, keine bewegte sich, und doch wirkte alles lebendig.

Er lehnte sich leicht gegen das Geländer und spürte das Holz unter seiner Hand. Es war kühl, hart und gleichzeitig vertraut. Jonas beobachtete, wie die Schatten der Stufen an der Wand entlangzogen, leicht verändert durch den Schein der Lampe. Ein leises Knarren war zu hören, als würde das Treppenhaus leise atmen, aber nicht in einer Art, die störte, sondern in einer Art, die beruhigte.

Die Stille war nicht leer. Sie war dicht, schwer, und doch trug sie ihn. Jonas konnte die Ruhe fast greifen. Sie lag in der Luft, auf dem Holz, in den Schatten. Kein Geräusch war laut, kein Schritt zu hören, nur die gedämpfte Präsenz des Hauses selbst. Es war ein Moment zwischen Tag und Nacht, ein Augenblick, der ganz ihm allein gehörte.

Er setzte sich ein Stück weiter nach unten, die Beine baumelten über die Stufen. Jeder Atemzug ging tiefer, gleichmäßiger. Er spürte, wie der Tag langsam von ihm abfiel, als würde er in den Stufen versickern. Alles, was er getan hatte, alles, was er geplant hatte, alles, was ihn beschäftigt hatte, wurde kleiner und bedeutungslos im Angesicht der stillen Nacht.

Jonas blickte hinauf zur obersten Stufe, dann hinunter zum Ende der Treppe. Es gab nichts, was ihn erwartete, nichts, was er tun musste. Alles war einfach da, wie es sein sollte. Die Dunkelheit hinter der Treppe wirkte nicht bedrohlich, sondern sanft und weit. Ein Moment, in dem Zeit keine Rolle spielte.

Er hörte ein leises, kaum merkliches Knarren weiter oben, als würde das Treppenhaus auf ihn achten. Jonas fragte sich, ob es sich nur bewegte, wenn man still genug war, um es zu bemerken. Vielleicht, dachte er, hatte die Nacht ihr eigenes Tempo, das nur diejenigen erkennen konnten, die ruhig genug waren.

Und während er so saß, spürte Jonas, dass das Treppenhaus ihm etwas zeigen wollte, etwas, das erst sichtbar wurde, wenn man lange genug wartete ...

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Jonas ließ sich nach hinten fallen und lehnte sich gegen das Geländer. Die Stille des Hauses wirkte wie ein Mantel um ihn herum, warm und beruhigend. Sein Atem ging tief und gleichmäßig, die Muskeln entspannten sich langsam, eine nach der anderen. Es war, als würde die Nacht ihn Stück für Stück einhüllen.

Die Lampe am Flurende warf immer noch ihren schwachen Schein auf die Treppen, aber jetzt störte er nicht. Alles wirkte weich, gedämpft und sicher. Jonas konnte fühlen, wie sich sein Körper entspannte, als hätte die Nacht einen rhythmischen Herzschlag, der ihn trug, während er einfach liegen blieb.

Der Tag, der hinter ihm lag, war weit genug weg, um ihn nicht mehr zu berühren. Die Ereignisse, die Pläne, die kleinen Sorgen – alles glitt in den Schatten, verschwand langsam, ohne dass Jonas etwas tun musste. Nur der Moment war noch da, und in ihm war Ruhe.

Das Treppenhaus blieb still. Keine Bewegung, keine Geräusche außer seinem eigenen Atem. Doch es fühlte sich lebendig an, auf eine leise, unaufdringliche Weise. Es war nicht leer, sondern voller Möglichkeiten, voller Sicherheit, die er spürte, ohne darüber nachzudenken.

Langsam legte Jonas den Kopf zurück, schloss die Augen. Alles, was ihn wachgehalten hatte, war jetzt weit weg. Die Stille trug ihn, wie ein sanftes Fließen, das keine Eile kannte. Es war nicht dunkel, nicht bedrohlich, sondern weich, weit und beruhigend.

Und während das Treppenhaus still unter dem Licht der Lampe lag, spürte Jonas, wie der Schlaf ganz langsam kam, ohne zu drängen, ohne Fragen zu stellen. Alles war richtig, alles war sicher, alles war bereit.

Er ließ sich fallen, schwerelos und ruhig, und die Nacht nahm ihn auf, sanft, leise und unaufhaltsam.

🌟 Gute Nacht 🌟

Und so gleitet Jonas sanft in den Schlaf, getragen von der stillen Ruhe des Treppenhauses ✨

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Mögliche Fragen nach dem Vorlesen:

• Hast du schon einmal auf der Treppe gesessen und die Stille im Haus gehört?
• Wie fühlt es sich an, wenn das Haus nachts ganz still ist?
• Was bedeutet es, dass "das Treppenhaus leise atmet"?
• Welche Geräusche hörst du, wenn du ganz still bist?
• Gibt es einen besonderen Ort in unserem Haus, wo du gerne zur Ruhe kommst?
• Was denkst du, warum die Nacht "ihr eigenes Tempo" hat?
• Wie fühlt sich die Stille für dich an – beängstigend oder beruhigend?

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