Das leise Zimmer

Lina liegt in ihrem Bett und spürt, wie die Stille des Raumes sie sanft in den Schlaf trägt – eine Geschichte über Geborgenheit und innere Ruhe

Das leise Zimmer

Lina lag auf dem Bett und hörte den leisen Klang des Hauses. Es war spät geworden, und alles hatte sich beruhigt. Das Licht war gedimmt, die Vorhänge hingen schwer, und doch war der Raum nicht dunkel. Die Wände schienen den letzten Rest des Tages festzuhalten, als wollten sie noch ein bisschen Wärme abgeben, bevor die Nacht alles übernahm.

Sie drehte sich zur Seite und schaute auf den Schreibtisch. Ein Buch lag halb geöffnet, die Seiten leicht gewellt. Die Stifte waren ordentlich nebeneinandergelegt, die kleinen Notizen blieben stumm. Alles war bereit, dass der Morgen wiederkommt, aber jetzt war nur der Augenblick da, ruhig und ohne Eile.

Lina spürte das Bett unter sich, die Matratze, die genau so nachgab, dass es sich angenehm anfühlte. Ihre Hände lagen auf der Decke, und sie bemerkte, wie sich ihre Finger leicht bewegten, ohne dass sie es wollte. Alles fühlte sich weich und lebendig an, ohne Lärm, ohne Druck.

Von draußen drang leises Geräusch herein. Ein entferntes Auto, das langsam vorbeifuhr. Ein leises Rauschen des Windes, der die Blätter vor dem Fenster bewegte. Kein Geräusch war störend, keines machte Angst. Alles war nur da, sanft und unverändert. Lina lauschte, ohne nachzudenken, nur mitfühlend.

Sie wandte den Kopf und schaute zum Fenster. Die Straße war dunkel, aber nicht leer. Lichter funkelten fern, in den Wohnungen, in den Fenstern anderer Häuser. Es war, als beobachte die Stadt leise ihre Bewohner, ohne dass jemand etwas bemerkte. Die Dunkelheit draußen wirkte beruhigend, nicht bedrohlich. Sie hatte etwas Verbindendes, als gehörte alles zusammen.

Lina atmete tief ein. Es fühlte sich an, als würde jeder Atemzug sie ein bisschen mehr tragen. Der Tag lag hinter ihr, weit genug entfernt, dass er nichts mehr von ihr forderte. Sie konnte einfach still liegen und spüren, dass alles seinen Platz hatte.

Und während sie so dalag, die Augen halb geschlossen, fragte sie sich, ob der Schlaf schon leise an der Tür wartete oder ob sie ihm noch kurz Zeit geben musste, bevor er hereinkam.

Vielleicht, dachte sie, musste sie einfach nur noch liegen bleiben und die Stille an sich vorbeiziehen lassen …

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Lina ließ die Augen vollständig zufallen. Sie konnte die Umrisse des Raumes noch erkennen, aber sie waren weich geworden, wie gezeichnet von einem sanften Licht. Ihr Körper sank tiefer in das Bett, die Decke hielt sie leicht umschlossen, als wolle sie schützen, ohne einzuengen.

Die Geräusche draußen hatten sich verändert. Das Auto war weg, der Wind war still geworden. Alles schien mit ihr ruhiger zu werden. Sie spürte, wie ihre Muskeln nachließen, wie sich Spannung nach und nach löste, ohne dass sie etwas dafür tun musste.

Es war, als sei der Raum lebendig, aber auf eine andere Art. Nicht laut oder sichtbar, sondern spürbar. Die Stille trug sie. Sie fühlte sich getragen, nicht durch Bewegung, sondern durch den Moment selbst, durch die Gewissheit, dass alles in Ordnung war.

Die Gedanken, die eben noch durch ihren Kopf gewandert waren, zogen jetzt langsam weg. Kein Bild, kein Wort blieb. Alles verschwand in einem sanften Strom. Sie musste nichts festhalten, nichts ordnen. Der Tag war vorbei, und das reichte vollkommen.

Das Zimmer fühlte sich warm an, nicht durch die Heizung, sondern durch die Anwesenheit von Ruhe. Sie konnte spüren, wie die Dunkelheit draußen nicht leer war, sondern voller Möglichkeiten, voller sanfter Präsenz. Alles hatte seinen Platz, auch sie.

Langsam, fast unmerklich, breitete sich ein Gefühl von Leichtigkeit aus. Lina merkte, dass ihre Atmung tiefer und gleichmäßiger wurde. Jeder Atemzug trug sie weiter weg von der Wachheit, immer näher zum Schlaf. Kein Gedanke drängte, kein Geräusch störte.

Und während draußen die Nacht weiterfloss, war Lina längst angekommen. Nicht bewusst, nicht aktiv, sondern getragen von der Stille, von dem leisen Puls des Hauses und der Welt. Alles war ruhig, alles war richtig. Der Schlaf war da, still, sanft und unaufdringlich.

🌟 Gute Nacht 🌟

Und so schläft Lina sanft ein, getragen von der Stille ihres Zimmers ✨

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Mögliche Fragen nach dem Vorlesen:

• Wie fühlt sich dein Zimmer an, wenn es abends ganz ruhig wird?
• Welche Geräusche hörst du in deinem Zimmer, wenn du ganz still liegst?
• Was bedeutet es für dich, dass „die Stille trägt"?
• Spürst du auch manchmal, wie dein Körper schwerer wird, wenn du müde wirst?
• Was hilft dir dabei, alle Gedanken loszulassen?
• Fühlst du dich in deinem Zimmer geborgen und sicher?
• Was bedeutet es, dass „alles seinen Platz hat"?

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