Willi wachte an diesem Morgen mit einem GefĂŒhl auf, das er nicht genau beschreiben konnte. Es war weder ganz Aufregung noch ganz NervositĂ€t â eher eine Art Ziehen, wie ein leiser Ruf, der tief aus dem Wasser kam und sich in seinem Bauch bemerkbar machte. Die Sonne schimmerte warm ĂŒber der Bucht, und die Wellen warfen kleine Lichtpunkte auf die Felsen, die aussahen, als wĂŒrden winzige Sterne ĂŒber die OberflĂ€che tanzen. Doch trotz dieser friedlichen Stille war da etwas⊠etwas Unsichtbares, das ihn lockte.
Er kroch aus seinem HĂ€uschen und setzte sich ans Wasser. Die kleine Muschel, die er am Vortag aus der NĂ€he der Pyramide mitgenommen hatte, lag auf einem flachen Stein. Sie sah unscheinbar aus â beige, etwas rau, mit einem sanften Glanz. Doch jetzt vibrierte sie. Ganz leicht. Fast wie ein Herzschlag. Willi runzelte die Stirn und legte vorsichtig eine FĂŒhler-Spitze darauf. Sofort durchströmte ihn ein warmes Kribbeln, als wĂŒrde jemand sagen: âKomm zurĂŒck. Hier unten wartet etwas."
âIch wusste es", flĂŒsterte Willi. Die Pyramide hatte ihn nicht zum letzten Mal gesehen.
Er rollte zur Uferkante und berĂŒhrte die goldgelbe AuĂenhaut seines U-Boots. Es sah aus, als hĂ€tte es ĂŒber Nacht noch heller geleuchtet, fast so, als wĂŒrde auch das Boot sich freuen, wieder aufzubrechen. Willi öffnete die Klappe, sprang hinein und machte es sich auf dem kleinen Sitz bequem. Ein kurzer Blick nach drauĂen, ein tiefer Atemzug â und dann zog Willi den Hebel.
Plopp! Ganz sanft glitt das U-Boot unter der OberflĂ€che hindurch. Sofort umgab ihn dieses gedĂ€mpfte Licht, dieses stille Blau, in dem jeder Ton wie ein Geheimnis wirkte. Fische huschten neugierig vorbei, als wollten sie fragen: âWohin geht's diesmal, Willi?"
Doch Willi hatte nur ein Ziel: zurĂŒck zur Pyramide. Seit er sie gesehen hatte, wusste er, dass dort mehr war â viel mehr, als er bisher verstand. Und wenn die Muschel so vibrierte, dann bedeutete das sicher, dass etwas auf ihn wartete.
Etwas Wichtiges.
Etwas, das ihn rief.