Als Willi am nächsten Morgen aufwachte, klang das Meer ruhiger als sonst, fast ehrfürchtig. Die Pyramide schien seine Gedanken wie ein Magnet zu ziehen. Immer wieder wanderte sein Blick hinab zur Muschel, die er am Abend auf seinen Nachttisch gelegt hatte. Sie glühte schwach in einem warmen Bernsteinton, als wäre darin eine kleine Sonne gefangen. Willi tippte sie leicht mit einem Fühler an, und sofort vibrierte sie ein einziges Mal – kurz, aber deutlich. Es fühlte sich an wie ein „Es geht weiter."
Er rutschte aus der Tür und rollte den vertrauten Weg zu seinem U-Boot. Das Boot glitzerte im Sonnenlicht, als würde es sich selbst auf die nächste Reise freuen. „Guten Morgen, du Abenteuerkugel", sagte Willi und strich über die Außenwand. Er stieg hinein, schloss die Luke und atmete tief ein. Mit einem leisen Plopp sank er unter die Wasseroberfläche.
Heute war das Wasser klarer als sonst. Die Sonnenstrahlen reichten tief hinab, wie lange, glitzernde Finger, die ihn sanft nach unten leiteten. Willi folgte dem Gefühl, dem Ruf, der aus der Tiefe kam. Er wusste nicht genau, wohin ihn die Muschel diesmal führen würde, aber er vertraute ihr. Sie hatte ihn schon zur Pyramide geführt, und die Pyramide hatte ihn begrüßt.
Je tiefer er tauchte, desto dunkler wurde das Wasser – und desto wärmer wurde das Leuchten der Muschel. Plötzlich erhellte ein riesiger Schatten vor ihm die Umgebung. Willi hielt inne. Es war, als würde ein Berg im Wasser schlafen. Erst als er näher schwebte, erkannte er: Das war kein Felsen.
Es war eine gigantische Schildkröte, deren Panzer wie geformte Korallen aussah. Und sie schlief.