Der schmale Gang war anders als alles, was Willi bisher gesehen hatte. Die Wände waren nicht glatt, sondern rau und uneben, als wären sie von etwas Großem durchbrochen worden. Kleine Risse zogen sich durch das Gestein, und aus manchen schimmerte ein schwaches, bläuliches Licht.
Die Muschel pulsierte langsam, fast vorsichtig.
Bumm… Bumm… Bumm…
Der goldene Schlüssel hingegen war still. Er schwebte nicht mehr fröhlich umher wie sonst, sondern blieb dicht neben Willi, als wolle er ihn beschützen.
„Wo bin ich hier gelandet?", flüsterte Willi und drückte seine Fühler gegen die kalte Scheibe des U-Boots.
Keine Antwort.
Nur das leise Knarren des U-Boots, das sich langsam durch den engen Tunnel schob.
Plötzlich endete der Gang.
Vor Willi öffnete sich ein Raum – doch dieser Raum war nicht strahlend und hell wie die Pyramide. Er war dunkel. Nicht bedrohlich, aber… leer. Als hätte hier lange niemand mehr etwas gesagt, gedacht oder gefühlt.
In der Mitte des Raumes stand etwas.
Ein Sockel.
Aus dunklem Stein geformt, glatt und alt. Darauf lag – halb verborgen im Schatten – eine zweite Muschel.
Willi stockte der Atem.
Die Muschel aus der Vision.
Sie war größer als seine eigene. Ihr Licht war schwach, fast erloschen, wie eine Kerze, die kurz davor war auszugehen. Doch sie lebte noch.
„Das ist sie…", hauchte Willi.
Langsam steuerte er das U-Boot näher heran.